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Dritter Tag

Melanie 

Nach einem ausgiebiges Frühstück ziehen wir die Badesachen an. Da beginnt es zu regnen, wie auch bereits in der Nacht. Na gut, Wäsche könnte man ja schon mal waschen und Post verschicken und Nachrichten lesen. Als es sich aufklärt, ist alles erledigt und wir gönnen uns einen Sonnenschirm mit Liegen am Beach. Es dauert nicht lange und wir werden von sämtlichen Tuch-, Hut-und Schmuckverkäufern als Neulinge enttarnt, denen wir sogleich 2 Strandtücher für überteuertes Geld abkaufen. OK, erster Tag, wir sind ja lernfähig.

 

Dann ab ins Meer. Es sieht ruhig aus. Stellenweise. Kurzzeitig, Gerade glücklich ins herrlich warme Wasser gelangt, werden die Wellen höher. Ich bin nur eine mäßig gute Schwimmerin. Bei den ersten zwei Wellen schaffe ich es gerade noch rechtzeitig darunter durch zu tauchen. Die dritte schafft mich. Ich werde herumgewirbelt und irgendwann mehr oder weniger an den Strand gespült. Entkräftet torkele ich zu meiner Liege zurück. 

Ich wollte sowieso lieber Sonnenbaden.

Nachdem ich die Liege endlich richtig positioniert habe, damit der Kopf im Schatten und nur der Körper in der Sonne ist, heißt es nun hinlegen und entspannen. Schade, daß die alte Holzliege nicht mitspielt und im Mittelteil sämtliche Latten wegbrechen.

OK. Es ist Urlaub, wir haben Zeit. Wechsel der Liege. Mittlerweile auch festgestellt, dass das Wasser ziemlich hoch kommt und zwar so hoch, dass die Badeschlappen weggespült werden und man die Tasche besser auf die Liege stellt. 

So, jetzt aber. Liegen. Ruhe.

Da entdeckt mich die Masseurin. Sie gibt keine Ruhe und will mir unbedingt eine Massage am Strand angedeihen lassen. 

Warum eigentlich nicht? Wir verhandeln den Preis. Irritierend ist nur, dass sie immer auf mich deutet und zwei Frauen sagt.

Ich bestehe darauf nur eine Frau zu sein!

Vielleicht mag ich ein paar Kilos zu viel haben, aber mich als zwei Frauen zu berechnen finde ich  etwas vermessen. 

Oder hat sie das eben mit der Liege gesehen, als die Latten rausbrachen? Trotzdem, oder gerade deswegen, ich bleibe dabei.

Ich buche eine Stunde Ganzkörpermassage für EINE Frau. 
Derweil lässt sich am Wasser ein Paar ausgiebig fotografieren. Vielleicht Hochzeitsbilder oder Honeymoon.

Nach ungefähr 10 Minuten spüre ich außer den zwei Händen auf meinem Rücken noch zwei weitere massierende Hände an meinen Füßen. 

Da dämmert es mir. 

Ich habe zwar nur eine Dame gebucht, aber als die einstündige Massage nach einer halben Stunde fertig ist, gebe ich nach.

Keine Lust mehr auf Verhandlungen und die Massage tat letztendlich gut. 

Wir genießen den Rest des Tages und erleben einen weiteren traumhaften Sonnenuntergang.

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